Wichtige psychische Erkrankungen – Überblick & Hilfe durch Psychotherapie
Psychische Erkrankungen sind häufig und gut behandelbar.
Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über die häufigsten psychischen Erkrankungen (Depression, Ängste, ADS/ADHS, Essstörung, Zwänge, Trauma, Persönlichkeitsstörung,) ihre typischen Anzeichen sowie Hinweise zur psychotherapeutischen Behandlung.
Depressionen (depressive Störungen)
Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und gehen deutlich über eine vorübergehende Traurigkeit hinaus. Sie können Wochen oder Monate anhalten und den Alltag stark beeinträchtigen.
Typische Symptome einer Depression:
- Anhaltend gedrückte Stimmung
- Interessen- und Freudlosigkeit
- Erschöpfung, Antriebslosigkeit
- Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme
- Negative Gedanken, Hoffnungslosigkeit
Eine Psychotherapie bei Depressionen kann helfen, Ursachen zu verstehen, Symptome zu lindern und neue Perspektiven zu entwickeln.
Angststörungen (z. B. Panikstörung, soziale Angst)
Angststörungen sind durch übermäßige, oft unbegründete Ängste gekennzeichnet, die den Alltag einschränken.
Häufige Formen von Angststörungen:
- Generalisierte Angststörung
- Panikstörung
- Soziale Angststörung
- Spezifische Phobien (z. B. Flugangst, Höhenangst)
Symptome können sein:
- Innere Unruhe und Anspannung
- Herzrasen, Schwitzen, Zittern
- Vermeidungsverhalten
- Ständiges Grübeln und Sorgen
Eine psychotherapeutische Behandlung von Angststörungen ist wissenschaftlich gut belegt und sehr wirksam.
Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) / Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
ADS und ADHS sind neurobiologische Störungsbilder, die sowohl im Kindesalter als auch im Erwachsenenalter auftreten können.
Während bei ADHS neben der Aufmerksamkeitsproblematik eine ausgeprägte innere oder äußere Unruhe besteht, zeigt sich ADS meist ohne Hyperaktivität.
Häufige Symptome von ADS/ADHS:
- Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
- Schnelle Ablenkbarkeit
- Schwierigkeiten mit Struktur, Organisation und Zeitmanagement
- Impulsivität (v. a. bei ADHS)
- Innere Unruhe, emotionale Überforderung
- Erhöhte Stressanfälligkeit und Selbstwertprobleme
Gerade bei Erwachsenen bleibt AD(H)S oft lange unerkannt und geht nicht selten mit Depressionen, Angststörungen oder Erschöpfung einher.
Eine Psychotherapie bei ADS/ADHS kann dabei helfen,
- die eigenen Symptome besser zu verstehen,
- alltagstaugliche Strategien zu entwickeln,
- emotionale Belastungen zu reduzieren
- und den Umgang mit Stress und Selbstorganisation zu verbessern.
Essstörungen
Essstörungen sind ernstzunehmende psychische Erkrankungen, bei denen das Essverhalten, das Körperbild und der Selbstwert stark beeinträchtigt sind.
Formen von Essstörungen:
- Magersucht (Anorexie)
- Bulimie
- Binge-Eating-Störung
Eine frühzeitige Psychotherapie bei Essstörungen ist entscheidend für den Behandlungserfolg.
Zwangsstörungen
Bei einer Zwangsstörung treten wiederkehrende Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen auf, die als belastend erlebt werden.
Typische Ausprägungen:
- Kontrollzwang (z. B. Türen, Herd)
- Wasch- und Reinigungszwang
- Zwanghafte Gedanken oder Impulse
Eine Psychotherapie bei Zwangsstörungen hilft, den inneren Druck zu reduzieren und neue Handlungsspielräume zu entwickeln.
Traumafolgestörungen / Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Nach extrem belastenden Ereignissen kann sich eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) oder eine andere Traumafolgestörung entwickeln.
Häufige Symptome:
- Flashbacks und Albträume
- Vermeidung bestimmter Situationen
- Dauerhafte innere Anspannung
- Emotionale Taubheit oder Übererregung
Eine traumaspezifische Psychotherapie unterstützt bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen.
Persönlichkeitsstörungen
Persönlichkeitsstörungen sind gekennzeichnet durch stabile, tief verankerte Muster im Denken, Fühlen und Verhalten, die zu Schwierigkeiten im Alltag und in Beziehungen führen.
Häufige Persönlichkeitsstörungen:
- Borderline-Persönlichkeitsstörung
- Narzisstische Persönlichkeitsstörung
- Vermeidende Persönlichkeitsstörung
Die psychotherapeutische Behandlung von Persönlichkeitsstörungen erfolgt meist längerfristig und strukturiert.
Hypochondrie / Krankheitsangststörung
Die Hypochondrie, heute fachlich als Krankheitsangststörung bezeichnet, gehört zu den angstbezogenen psychischen Erkrankungen. Betroffene haben eine anhaltende Angst, schwer körperlich erkrankt zu sein oder zu werden, obwohl keine oder keine ausreichenden medizinischen Befunde vorliegen.
Typische Merkmale der Hypochondrie:
- Ständige Sorge um die eigene Gesundheit
- Intensive Selbstbeobachtung körperlicher Empfindungen
- Häufige Arztbesuche oder wiederholtes Einholen von Rückversicherungen
- Starkes Grübeln über mögliche Krankheiten
- Erhöhte Angst nach medizinischen Informationen oder Internetrecherche ("Cyberchondrie")
Die Krankheitsangst kann den Alltag erheblich einschränken und geht nicht selten mit Angststörungen oder Depressionen einher.
Eine Psychotherapie bei Hypochondrie / Krankheitsangststörung hilft dabei,
- körperliche Symptome realistisch einzuordnen,
- angstauslösende Gedankenmuster zu verändern,
- den Umgang mit Unsicherheit zu verbessern
- und das Vertrauen in den eigenen Körper zu stärken.